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Die Nachbarschaft der Ortenau: 5 Tipps für einen Tagesausflug nach Colmar

In nur einer Stunde kommt man von der Ortenau in das Herz des Elsass. Hübsche Gassen, kleine Läden und Cafés – was bei einem Tagesauflug ins zauberhafte Colmar nicht fehlen darf, erfährst du hier.

Ein besonders charmanter Vorzug, in der Ortenau oder dem Umland zu wohnen, ist die Nähe zu Frankreich. Für viele Einheimische mag das normal sein, für mich, als Zugezogene und Frankreich-Verliebte, ist das ein echtes Highlight. Eine Zeit lang habe ich selbst im Elsass gelebt und dort die vielen romantischen Städte und Dörfer erkundet. Einer der schönsten Orte in der an Deutschland grenzenden Region ist für mich Colmar. Ein bisschen wie die kleine Schwester von Straßburg, etwas überschaubarer, etwas märchenhafter und mindestens genauso einnehmend. Mit dem Auto oder dem Zug ist man von der Ortenau aus in einer guten Stunde am Ziel – nicht verwunderlich also, dass es mich von Zeit zu Zeit hier her verschlägt. Für alle, die auch mal herkommen möchten, habe ich meine Top 5 Tipps für einen Tagesausflug zusammengestellt. Glaubt mir, es lohnt sich!

  1. Flanieren in der Altstadt von Colmar

Was einem als erstes ins Auge sticht, wenn man die Altstadt von Colmar erreicht, ist die architektonische Schönheit. Das historische Flair der Stadt wird dank zahlreicher historischer Bauten aus sechs Jahrhunderten aufrechterhalten. Wenn man so durch die Gassen läuft, fühlt man sich gleich in vergangene Zeiten versetzt. Ins 16 Jahrhundert etwa, wo das Maison Pfister (Pfisterhaus) mit seinen dekorativen Türmen und den verzierten Fassaden erbaut wurde. Ebenfalls sehenswert ist das Maison des Têtes (Kopfhaus) im Renaissance-Stil und das Koifhus, elsässisch für Kaufhaus, das 1480 errichtet wurde und ehemals die Zollstation beherbergte. Für mich gibt es nichts Schöneres, als durch die Altstadt zu flanieren, die Atmosphäre auf mich wirken zu lassen und in den vielen kleinen Läden zu stöbern. Hier gibt es liebevolle Kleinigkeiten wie Socken, Geschirr und Handtücher mit typisch elsässischen Storch-Motiven.

  1. La Petite Venise und der Marché couvert

Das wohl malerischste Viertel in Colmar ist La Petite Venise, französisch für „Das kleine Venedig“. Hier reihen sich reizende, bunte Fachwerkhäuschen an der Uferpromenade des kleinen Flusses Lauch aneinander. Am liebsten schlendere ich über die romantischen Brücken und schaue mir die mit Blumen und Ranken geschmückten Häuschen an. Wenn ich endlich genug habe, mache ich noch einen Abstecher zum Marché Couvert, der Markthalle, die direkt bei La Petite Venise gelegen ist. Dort gibt es allerlei Köstlichkeiten, von Gebäck über frisches Obst und Gemüse bis hin zu elsässischen Wurst- und Käse-Spezialitäten.

  1. Zwischenstopp im Café: Crêpes, Macarons und Éclairs

Nach einem ausgedehnten Spaziergang in der Altstadt locken die zahlreichen, kleinen Cafés zur Einkehr. Hier kann man sich bei einer Tasse Kaffee oder einem Crémant (frz. Schaumwein) ausruhen und das Treiben in den Gassen mit allen Sinnen aufnehmen. Für einen Kaffee und einen Crêpe gehe ich gerne ins Le Café des Marchands oder ins Au Croissant Doré, beide an der Rue des Marchands gelegen. Was ebenfalls bei keinem meiner Colmar-Trips fehlen darf, ist ein Besuch im Maison Alsacienne de Biscuterie – hier gibt es nicht nur süße Plätzchen, sondern auch himmlische Éclairs und Macarons in Sorten wie Karamell, Pistazie und Zitrone.

  1. Die Freiheitsstatue und das Musée Bartholdi

Ein Anblick, der zunächst verblüfft: Sind wir hier etwa in New York? Denn je nachdem, von welcher Seite aus man in die Stadt fährt, erblickt man plötzlich, auf der Route de Strasbourg, die Freiheitsstatue. Mit ihren 12 Metern zwar etwas kleiner als das Original (fast 100 Meter), sieht sie der New Yorker Statue erstaunlich ähnlich. Die Nachbildung wurde 2004 zum 100. Todestag von Auguste Bartholdi errichtet. Der Bildhauer, der in Colmar geboren wurde, ist der Schöpfer der Freiheitsstatue. In seinem Geburtshaus in der Altstadt von Colmar wurde zu seinen Ehren das Musée Bartholdi errichtet – ein Besuch lohnt sich. Und wer besonders aufmerksam durch die Altstadt läuft, entdeckt auf dem Boden die kleinen Steinchen, auf denen die Freiheitsstatue eingraviert ist.

  1. Restaurants in Colmar: Elsässische Spezialitäten

Wer viel erkundet und viel erlebt hat, dem knurrt am Ende des Tages natürlich der Magen. Bevor es wieder nach Hause geht, darf deshalb der Besuch in einem der Restaurants nicht fehlen. Ein echtes Elsässer Original ist natürlich der unvergleichlich knusprige und leichte Flammkuchen. Der eignet sich übrigens auch gut als Vorspeise, wenn man ihn sich teilt! Weitere Spezialitäten sind Spätzle, Baeckeoffe (ein elsässischer Eintopf), Zwiebelkuchen und Choucroute (Sauerkraut).

Gute Adressen für typisch elsässische Küche sind unter anderem die Lokale Maison Pfeffel, La Fleur de Sel und La Stub.

 

 

Autorin: Jana Wiegand